Praxis für Naturheilkunde

Dr. rer. nat. Holger von Jaruntowski

Bahnhofstraße 16a . 53604 Bad Honnef, Tel.: 02224-960498 und 0160-2802592


 

 


Texte

(Auszüge aus der Praxisarbeit)

Therapie gestörter Emotionen mit Akupunktur

Die Traditionelle chinesische Medizin (TCM) arbeitet nach Erfahrungswerten, die in China Jahrhunderte lang gesammelt und angewendet wurden. Allen Krankheiten liegen äußere oder innere Auslöser zugrunde. Die "äußeren Auslöser" sind von klimatischer Natur: Der Mensch setzt sich extremen Wetterbedingungen aus oder reagiert besonders sensibel auf ein bestimmtes Klima: so kann Wind beispielsweise Schnupfen oder Halsschmerzen und Sonne Kopfschmerzen auslösen. Zu den inneren Auslösern zählen die aus dem Gleichgewicht geratene Emotionen. Sie bewirken innere und schwere Erkrankungen. Hierzu sagt die sog. 5-Elementenlehre, daß die Emotionen Erregung/Freude, Angst, Besorgnis/Grübeln, Trauer und Wut in einem "gesunden" Verhältnis stehen müssen. Alle Emotionen sollten ausgewogen gelebt werden: der Mensch soll Freude und Spass am Leben haben, eine gesunde Portion Angst sorgt für den nötigen Abstand zu gefährlichen Situationen, sich Hinsetzen und mal nachdenken kann auch nicht schaden. Trauer steht auch für das Loslassen können und Wut für das "Dampf ablassen" und ein engagiertes Weiterkommen und Durchbeißen durch schwierige Situationen. Alle Emotionen können organische Krankheiten verursachen, wenn sie zu stark oder zu schwach gelebt werden: Übermäßige Angst schwächt die Nieren, Wut die Leber, Freude das Herz, Grübeln den Magen und Trauer die Lunge. Überwiegt das dauerhafte Ausleben einer Emotion, können dadurch andere Emotionen gestört werden. Ein Beispiel: bei der ewigen Suche nach Freude und Erregung kann das Grübeln und Nachdenken zu kurz kommen: Herz und Magenprobleme treten auf. Das Festhalten an alten, vielleicht überholten Normen und Lebensweisen kann das Weiterkommen, die Wut der Leber bremsen: Lungen und Leberprobleme können die Folge sein. Ist ein Organ nach der chinesischen Diagnose geschädigt, wirkt sich dies wiederum auf die Emotion aus: dauernde Wutanfälle, übermäßige Ängste, usw. sind das Resultat. Eine Aufgabe des "ganzheitlich" denkenden und behandelnden Therapeuten besteht bei psychischen wie auch bei körperlichen Problemen in der Suche nach der Krankheitsursache. Puls- und Zungendiagnose, ein ausführliches Gespräch sowie eine Befragung nach einem TCM-Anamnesebogen geben Aufschluß über die emotionale Situation des Patienten und ob die im Wechselspiel mit den Emotionen stehenden Organe bereits angegriffen sind. Die Organe und die dazu gehörenden Emotionen können mit Akupunkturnadeln über energetische "Leitbahnen", den sogenannten Meridianen, erreicht und reguliert werden. Beispielsweise hat sich das Stärken der Nieren anhand einer Akupunktur-Wärme Therapie gegen Ängste, mangelndes Selbstvertrauen und Depressionen oftmals bewährt. Über den Nadeln wird gepreßtes Beifußkraut abgebrannt. Die daraus entstehende Hitze zieht durch die Nadeln in den Körper und stärkt die geschwächten Organe. Der Mensch fühlt sich nach der Therapie oft stabiler und bekommt einen "Push", die Probleme zu erkennen und zu lösen. Kräuter, Entspannungsübungen, Wechselduschen, ggf. die Zusammenarbeit mit einem Psychotherapeuten, eine Ernährungsumstellung, eine neue Lebensplanung und Sport ergänzen je nach Indikation die Therapie.

 

Hautkrankheiten

Die Behandlung chronisch verlaufender Hauterkrankungen stellt für den naturheilkundlichen Therapeuten eine besondere Herausforderung dar. Wenige Organerkrankungen (die Haut wird in der Medizin als ein Organ definiert) zeigen zum Teil so deutlich einen individuell unterschiedlichen Verlauf. Die Psoriasis (Schuppenflechte) beispielsweise äußert sich bei dem einen Patienten durch ihre roten, schuppenden Flächen bei Sonnen- und Wärmebestrahlung. Bei anderen Menschen findet diese Krankheit im Winter und unter Einfluß von Kälte ihren jährlichen Höhepunkt. Und so kann man weiter aufzählen: Hier sind vielleicht eine Hormonumstellung die Auslöser für die Krankheit gewesen, dort ein besonderer Stress. Hier lindert ein Medikament die Symptomatik, während beim nächsten Patienten die gleiche Medizin gar keine Reaktion zeigt. Eine Hauterkrankung medikamentös zu unterdrücken ist oft hilfreich und unumgänglich. Besonders die Risiken der Infektion an offenen Hautstellen oder bei einem dramatischen Verlauf der Symptomatik ist schnelles Handeln mit starken Medikamenten nötig. Aber, so die Erfahrung, kann das Krankheitsbild nach dem Absetzen der Medikamente wieder auftauchen und einen chronischen Verlauf nehmen. Es beginnt "ein Kampf gegen Windmühlen". Viele Menschen mit chronisch verlaufenden Hauterkrankungen suchen dann Rat und Therapie in der Naturheilpraxis. Welche therapeutischen Möglichkeiten stehen hier zur Verfügung? Erstens ist eine lange, ausführliche Anamnese, das Vorgespräch, besonders wichtig. Die Krankheit wird zusammen mit der Psyche und mit allen Organen des Körpers als eine Einheit gesehen. Die Traditionelle chinesische Medizin weist darauf hin, dass ein Organ, in dem Fall die Haut, in einem untrennbaren Zusammenhang mit den anderen Organen und mit der emotionalen Situation des Patienten steht. Hier wird der Haut ein enger Zusammenhang mit der Lunge und dem Darm zugeschrieben. Nach langem Krankheitsverlauf werden auch andere Organe belastet. Die nach der Chinesischen Medizin der Lunge und Haut zugeschriebenen Emotion ist die Trauer und das Loslassen. So kann, sollte ein Zusammenhang der Krankheit mit psychischer Belastung bestehen (was nicht immer der Fall ist), hier die Suche nach Auslösern oder Katalysatoren begonnen werden: übermäßige Trauer oder auffallende emotionale Kälte nach dem Tod eines geliebten Menschen beispielsweise. Zweitens müssen selbstverständlich Laborwerte und weitere Untersuchungen in die Suche nach der Krankheitsursache und in das darauf folgende Therapiekonzept eingebunden werden. Nach der Fahndung nach dem Auslöser der Krankheit steht zur symptomatischen Behandlung oder Linderung eine große Palette von Bäderzusätzen, Auflagen, Wickel, Salben und Tees zur Verfügung. Die Homöopathie und Akupunktur greift aber tiefer und versucht das Übel bei den Wurzeln zu packen. Die Harmonisierung des Inneren und eine Ausleitung von beispielsweise Hitze (rote Flecken - im Fall der Psoriasis - werden als Hitze bewertet) stehen im Vordergrund. Vielversprechend ist auch eine diätetische Entgiftungs- und Entschlackungskur. Hier zeigen sich Faktoren, die die Krankheit auslösen oder beeinflussen könnten. Allergische Komponenten beispielsweise können aufgedeckt werden, wenn sich der Krankheitsverlauf während einer gezielten Diät rapide bessert. Und zweitens wird das Immunsystem nach einer solchen Entschlackungskur mit Medikamenten neu aufgebaut, was ebenfalls eine Besserung der Symptome erzielen kann. Auch die Therapie mit Eigenblut hat sich oftmals als erfolgreich oder lindernd gezeigt. Blut wird abgenommen und in den Muskel injiziert. Die körpereigene Abwehr, so die Theorie, erkennt das eingespritzte Blut als Fremdkörper, analysiert es und baut eine Abwehr gegen Substanzen auf, die nicht in das Blut gehören. Wer die Behandlung von Hautkrankheiten als therapeutischen Schwerpunkt setzt, weiß besonders bei diesen Krankheitsbildern die Grenzen und die Möglichkeiten. Verschiedene chronische Hautkrankheiten können leider nicht geheilt werden, aber eine Linderung ist oft möglich. Es gibt kein einheitliches Rezept gegen die chronischen Krankheiten. Ein individuelles Therapiekonzept muß zusammengestellt und besprochen werden. Die Naturheilpraxis bietet hier vielversprechende Wege und Alternativen an.

 

Raucherentzug, Ess- und andere Süchte

Wohl fast jeder starke Raucher hat es schon versucht: endlich Schluss machen mit der Qualmerei. Die Gründe sind bekannt und vielseitig: die Gesundheit steht auf dem Spiel, beim Treppensteigen geht der Atem schon schwer, der "kalte" Nikotingeruch in der Wohnung, immer Ärger mit dem nichtrauchendem Partner und, und, und. Aber dann, nach ein paar Tagen oder sogar Wochen der Quälerei, der schlechten Laune, der Gewichtszunahme, kommt die Resignation. Nur eine Zigarette, die ist ja nicht so schlimm, denkt man, und bald ist man wieder auf dem alten Rauchniveau. Ebenso, oder ähnlich, verhält es sich mit anderen Süchten: die Versuche aus dem Teufelskreis der übermäßigen oder zu geringen Eßlust heraus zu kommen, den hohen Alkohol- oder Drogenkonsum zu meiden oder nicht mehr die Geld-Spielbank zu besuchen scheitern oft an der eigenen Schwäche oder am hohen Suchtpotential. Die Frustration sitzt dann tief. Wie kommt es zu dieser Abhängigkeit von Genuß- oder Suchtmitteln? Neben verschiedenen psychologischen Theorien über Suchtverhalten gibt es eine Reihe medizinischer Untersuchungen. In den siebziger Jahren fanden Wissenschaftler im menschlichen Körper erstmalig Rezeptoren für körpereigenen Opiate und später die Endorphine (sogenannte Glückshormone), die bei einem bestimmten Schmerz- und Hungerverhalten an den Rezeptoren "andocken". Die medizinische Suchtforschung konnte nachweisen, dass nach chronischem Missbrauch verschiedener Suchtstoffe (dies gilt insbesondere für Opiate) das an den Rezeptoren angeschlossene feine System aus Enzymen und Botenstoffen gestört wird. Die Suchtmittel hemmen die körpereigene Endorphinproduktion, bedienen die Rezeptoren und verursachen bestimmte Reaktionen im Körper, die sonst die körpereigenen Stoffe sehr viel seltener oder nur in Extremfällen auslösen. Der Körper lernt mit den Suchtstoffen relativ normal zu funktionieren, ist aber auf die von außen gesteuerte Zufuhr angewiesen. Wird diese Zufuhr unterbrochen, zeigen die Körperzellen eine übersteigerte Reaktionsfähigkeit (Entzug). Ein chinesischer Arzt (H.L. Wen) verabreichte in den siebziger Jahren einem opiumabhängigen Patienten wegen einer Gehirnerschütterung eine schmerzlindernde Akupunkturbehandlung, deren "Nebeneffekt" die Entzugsschmerzen des Süchtigen linderte. Dies bewegte den chinesischen Neurochirugen zu weiteren Untersuchungen und zur Veröffentlichung seiner Ergebnisse. Zusammenfassend wurde herausgefunden, dass eine gezielte Akupunktur die Entzugserscheinungen hemmt, da sie nachweislich im Gehirn Endorphine freisetzt, die die Rezeptoren bedienen und sie so für Suchtmittel blockieren. Die Nachricht, mit Akupunktur Entzugssymptome lindern zu können, stieß besonders in den USA auf offene Ohren. Hier entstanden bald Kliniken, die mit Akupunktur Suchtpatienten behandeln (beispielsweise das Lincoln-Hospital in New York, wo in den letzten 20 Jahren mehr als 500000 Akupunkturbehandlungen durchgeführt wurden). Während der Mitarbeit in einer deutschen Akupunktur-Suchtklinik im Zuge einer Ausbildung über die National Acupuncture Detoxification Association sammelte ich viele positive Erfahrungen: mit Akupunktur, Entspannungsübungen, chinesischen Kräutern, Bewegung und Sport wurden viele Süchte erfolgreich behandelt. Aus dem stationären Behandlungsprogrammen und eigenen Erfahrungen wurde dann für die Praxisarbeit mit Suchtpatienten (beispielsweise gegen Nikotin-, Ess-, Spiel-, Alkohol- und Drogensucht) ein ambulantes Therapiekonzept entwickelt, das sich aus Akupunktur, homöopathischen Medikamenten (z.B. gegen Gewichtszunahme beim Raucherentzug), Tees (zur Entgiftung), zum Teil einer neuen Tagesplanung mit Ernährungsumstellung und Bewegung und ggf. aus Gesprächen mit der Suche nach den Ursachen einer Sucht zusammensetzt. Einer der wichtigsten Faktoren für den Therapieerfolg ist aber natürlich der Wille des Patienten, mit dem Konsum des Suchtmittels aufhören zu wollen. Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.




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